30
Nov 16

Keine Absage

Wir haben uns entschlossen, die Veranstaltung des Revolutionären Aufbau Waterkant (RAW) nicht abzusagen.

Manchmal kommen Szeneskandale und Spaltungen in Harburg erst später an 🙂

Dass dem RAW in der Roten Flora (RF) kein Veranstaltungsraum zur Verfügung gestellt wurde, hat uns aufhorchen lassen. Auch bringt das Rumgepoltere in den Stellungnahmen der RAW nicht gerade Sympathiepunkte.

Aber da wir nicht wissen, was auf dem Plenum der RF passiert ist, haben wir uns (schweren Herzens) entschieden, aus Gründen der Solidarität auch mit Genoss*innen, deren Ansichten und Auftreten uns teilweise nicht sympathisch sind, keine kurzfristige Absage zu erteilen.

Nach der Darstellung des RAW haben ein oder zwei Personen mit einem Veto eine Veranstaltung der RAW in der RF verhindert, wobei RAW den Eindruck hatte, dass diese Person/en ihr Veto vor dem Hintergrund des alten Anti-D/Anti-Imp-Konflikts eingelegt haben und eine wirkliche argumentative Auseinandersetzung (aus Zeitgründen?) nicht stattgefunden hat.

Wir wissen nicht, was da dran ist und teilen die Auffassung des Rote Flora Plenums, dass Diskussionen über linksradikale Strukturen und Strategien nicht in der Öffentlichkeit zu führen sind. Dass es dem RAW scheinbar unmöglich vorkommt, dass sie schlichtweg wegen ihrer politischen Inhalte oder ihres Auftretens kritisiert werden, sondern dass hinter dem Veto personalisierte Einzelschikane beruhend auf Szenekonflikten stehen müsste, erweckt nicht den Eindruck von Fähigkeit zu (Selbst-)Kritik. Dass das Plenum der Roten Flora einschüchternd und die Mama Flora mächtig wirkt, wissen wir aber auch.

Wir fanden es aber nicht richtig, den RAW nur deshalb auszuladen, weil anderswo ein Veto gegen eine Veranstaltung des RAW eingelegt wurde.

Da wir aber eine Entscheidung zu treffen hatten, haben wir versucht, uns ein eigenes Bild zu machen und die Erklärungen (und die Facebook-Seite) des RAW angesehen. Stil und Aussagen sind sicher nicht unproblematisch. Das gilt auch für die in einer elitär akademischen und teils herabsetzenden Ausdrucksweise verfassten Stellungnahme zu den Vorfällen auf dem feministischen Antifakongress, die zudem nicht erkennen lässt, dass der RAW auch nur versucht hat, sich einmal in die Position der Gegenseite hineinzuversetzen. Die Diffamierung des Mackervorwurfs als „ominös“ und die Argumenation „wir können keine Macker sein, schließlich beteiligen wir uns am Fantifa-Kongress“ erwecken den Eindruck, dass RAW noch einiges zu reflektieren hat.

Doch grundsätzlich sollte unserer Meinung nach linke Solidarität auch mit anderen emanzipatorischen/kritischen Auffassungen/Gruppen gelten, solange gewisse Grenzen (Sexismus, Antisemitismus, Homophobie usw.) nicht überschritten werden. Darauf werden wir bei den Veranstaltungen von RAW, genau wie bei jeder anderen Veranstaltung auch, Wert legen. Wir hoffen im Übrigen auch, dass RAW unser Festhalten an der Raumzusage auch zum Anlass nimmt, sich selbstkritisch mit der Frage auseinanderzusetzen, ob nicht auch eigenes Verhalten/Aussagen zur Eskalation beigetragen haben.

Eine Absage so kurz vor der Veranstaltung hätte den RAW vor erhebliche Probleme gestellt. Solange nicht sicher ist, dass die Gruppe „gar nicht geht“, wollten wir weder deren politische Arbeit verhindern, noch durch eine zweite Absage einer Stigmatisierung der Gruppe Vorschub leisten.

Als Linksradikale und vor allem als linkes, selbstorganisiertes Projekt in der Peripherie, weitab von St.Pauli und Schanze, wissen wir, wie wichtig Zusammenarbeit und Support ist. Hierfür ist es unabdingbar, sich kritisieren und streiten zu können, sich auf politischen Dissens hinzuweisen und zur Reflektion anzuregen, aber nicht mit jedem und jeder sofort jegliche Zusammenarbeit niederzulegen. Unser politischer und organisatorischer Alltag in der Sauerkrautfabrik lebt davon, Dissens auszuhalten, widersprüchliche Haltungen und Positionen zu politischen Themen und Strategien zu diskutieren, aber auch nebeneinander auszuhalten.

Wir wünschen uns darüber hinaus, dass die Menschen und Projekte der linksradikalen „Szene“ sich bewusst machen, wie (auch als Projekt existenziell) bedrohlich Ausschluss und Abgrenzung ohne hinreichende Auseinandersetzung ist. Wir wünschen uns einen solidarischen Umgang miteinander und die Möglichkeit, Dinge zu lernen, zu reflektieren, falsch zu machen und dann zu verändern. Niemand von uns ist mit nem Adornotext in der Hand geboren. Die Sauerkrautfabrik ist ein Ort zur Sensibilisierung, Politisierung, für viele Menschen ein Ort des ersten Kontakt zu linksradikalen Themen. Bullshit-Aussagen auszuhalten und dann gemeinsam damit umzugehen und darüber zu reden ist einer unser politischen Aufträge.

Der solidarische Umgang miteinander hatte deshalb für uns Vorrang, auch auf die Gefahr hin, dass sich später herausstellen könnte, dass eine Absage besser gewesen wäre.


12
Jun 16

Vortrag „Soziale Revolution und Feminismus. Die Gruppe Mujeres Libres in der Spanischen Revolution“ mit Vera Bianchi

mujeres-libres

Vor 80 Jahren gründeten drei Frauen die Gruppe Mujeres Libres (Freie Frauen), welche in der Geschichtsschreibung bisher nur wenig Beachtung fand. Dabei stellten sie nicht nur in ihrer gleichnamigen Zeitschrift patriarchale Strukturen in der eigenen Bewegung in Frage, sondern organisierten auch bis zu Francos Sieg über 20.000 Frauen. Während der revolutionären Umwälzungen im Spanischen Staat, die von den Massen gegen die soziale Unterdrückung den aufkommenden Gefahren von Rechts getragen wurden, dachte diese anarchosyndikalistische Gruppe die soziale Frage mit der Befreiung als sich gegenseitig bedingend.

Wie die Mujeres Libres die soziale Revolution mit dem Feminismus verband, der bis dahin in der Linken oft nur als zweitrangig behandelt wurde; was ihre konkreten Forderungen waren und wie es ihnen gelang, sich so massenwirksam zu organisieren, sind Fragen die wir mit Vera Bianchi diskutieren und beantworten wollen.

Vera Bianchi ist Historikerin aus Hamburg. Sie studierte in Freiburg und Dresden mit Schwerpunkt auf soziale Bewegungen und feministische Wissenschaft und veröffentlichte neben zahlreichen Artikeln unter anderem das Buch „Feministinnen in der Revolution. Die Gruppe Mujeres Libres im Spanischen Bürgerkrieg“.

Anschliessend würden wir gerne Diskussionen und angeregte Gespräche nach dem Vortrag in einer Kneipe mit spanischsprachigem Hip Hop und anderen Specials ausklingen lassen.
Die Veranstaltung wird organisiert von der internationalen sozialistischen linken Hamburg, der Kommunistischen Gruppe Harburg-Land und dem Welt*Raum e.V.

Wann: 06. Juli 2016 19:00 Uhr
Wo: welt*raum/sauerkrautfabrik


30
Apr 16

01. Newsletter aus der Sauerkrautfabrik (skf) vom welt*raum

Liebe welt*raum Fans und Sauerkrautfabrik-Sympatisant*innen, wir haben uns überlegt, ab und zu mal einen kleinen Newsletter an euch rauszuhauen, um euch einen Einblick und Überblick zu verschaffen, was bei uns eigentlich so los ist. Hiermit also der erste Newsletter, viel Spaß dabei.

Neues aus dem Plenum
Immer wieder beschäftigen wir uns mit dem Selbstverständnis des Raumes. Mittlerweile erarbeitet eine Gruppe Diskussionen und Workshops rund um verschiedene Thematiken, dessen Positionen in das Selbstverständnis einfließen sollen. Oft lässt sich zu einem Thema nicht eine einheitliche Position finden, stattdessen möchte wir die Vielfältigkeit in unserem Projekt aufzeigen.
Kürzlich haben wir uns mit dem grundlegenden Thema der Entscheidungsfindung beschäftigt. Vorausgehend wurde ein Workshop organisiert der sich inhaltlich mit Plenum und Konsens auseinandersetze. In diesem wurde unter anderem das Konzept der Konsenskarten dargestellt, sowie der Konsensfisch der den Prozess einer Entscheidungsfindung schematisch aufzeigt(1). Konsens wurde definiert als eine Entscheidung, die alle Menschen, die es betrifft mittragen können. Mit den Konsenskarten lassen sich verschiedene Stufen der eigenen Entscheidung aufzeigen: von vollkommener Zustimmung, leichten Bedenken und Enthaltung über schwere Bedenken zum konsensbrechenden Veto. Auf einem anschließenden weiteren Treffen haben wir uns entschieden weiterhin das Konsensprinzip zu nutzen, zusätzlich mit dem Hilfsmittel der Konsenskarten. Das Veto wurde gebunden an einen Verfahrensvorschlag, damit die Entscheidungsfindung nicht komplett blockiert werden kann.
In letzter Zeit gab es aus unterschiedlichen Anlässen vermehrt Diskussionen darüber, ob der Raum ein veganer, vegetarischer sei oder ob Fleisch verzehrt bzw. zubereitet werden kann. Zu dieser Thematik gab es die unterschiedlichsten Ansichten und Positionen. Das Thema wird weiterhin besprochen, aber ein aktueller Konsens wurde am letzten Sonntag beschlossen. Produkte, die wir anbieten und Essen, dass wir herausgeben sollte mindestens vegetarisch sein. Fleisch- und Fischprodukte dürfen zwar mitgebracht werden, aber nicht vor Ort zubereitet werden. Somit gibt es einen Handlungspielraum zwischen vegetarischem und veganem Angebot. Beispielsweise bleibt die Küche für Alle weiterhin vegan.
Spannende Themen für das Selbstverständnis, wie beispielsweise „Hierarchie“, „Hierarchieabbau“ und „wer gehört ab wann zum Projekt und darf mit entscheiden“, stehen für die nächsten Diskussionen an.

Räumliches Denkvermögen
Für viel Verwirrung sorgt unser neue Hochebene namens Lager Nummer 2, welches sich im Flur befindet. Es ist nun schon öfters vorgekommen, dass Dinge vermisst wurden und diese dann im Lager 2 aufgetaucht sind. Hierdurch, aber auch durch eine große Aufräumaktion, haben wir Platz geschaffen und eine Sortierung der Dinge ist weiterhin im Prozess.
Aktuell wird von ambitionierten Menschen ein neues Umsonstregal gebaut. Später können dann dort hauptsächlich Kleidung, aber auch andere Gegenstände, abgegeben werden bzw. einfach entnommen werden.
Vor unserem zweiten Klo befindet sich immer noch eine Absperrung aus schwarzen Gaffertape. Leider sind noch keine Verschwörungstheorien dieser Umstände im Umlauf. Wir warten noch. Ob dadurch auch die Kühlschranktür abgefallen ist, kann nicht gesagt werden. Stattdessen wurde aber unsere große Raumbeleuchtung repariert und schafft uns Erleuchtung. Auch in der Sache Strom wurde einiges getan.

Auswärts
Vom 5. bis zum 8. Mai findet der alternative Hafengeburtstag statt. Auch uns treibt es wieder dahin. Die Vorbereitungen laufen bereits seit längerem und es kann noch nicht abschließend gesagt werden, wie wir unseren Stand gestalten. Der alternative Hafengeburtstag wird dezentral organisiert, indem sich einzelne Projekte in einem Satelliten zusammenschließen. Mit dem Corner, der Jaffe und der „Keine Knete trotzdem Fete“ Crew bilden wir einen Satellit mit eigenem Stand. Unserer Tradition folgend bietet wir wieder Pommes an, diesmal aber in einer anderen Variante. Lasst euch überraschen.
Das „Keine Knete trotzdem Fete“ Festival findet am 29. und 30. Juli statt und braucht trotz des Names wieder einmal Geld für die alljährliche Umsetzung des Festivals. Deshalb und aus Spaß wird am 13. Mai in der Flora unter dem Motto „Conjure! Keine Knete deshalb Soli“ gefeiert.

Mitmachen leicht gemacht
Wer nach leckeren Essen sucht, wird bei uns mindestens jeden Dienstag fündig. Die Küche für Alle öffnet gegen 18 Uhr und freut sich immer über Verstärkung. Ebenso könnt ihr ab 20 Uhr vorbeikommen und euch an den Kreation aus der Küche – oft bestehen aus Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise – erfreuen.
Alle zwei Wochen bieten wir Donnerstags eine offene Kneipe an. Die Thematik unterscheidet sich von Termin zu Termin und kann frei gestaltet werden. Dieses Konzept soll ermöglichen, dass ihr einfach und unkompliziert bei uns eine Kneipe schmeißen könnt. Einfach (k)ein Motto überlegen, Leute einladen und den Raum öffnen.
Das Refugee Support Café öffnet jeden Mittwoch von 14 Uhr bis 17 Uhr und bietet freie legale Hilfestellung während des Ayslprozesses, in Dublin-III Fällen, Familienzusammenführungen, bevorstehenden Abschiebungen und weiteren Themen. Auch das Support Café freut sich über Hilfe.
Von vormittags bis zum frühen Nachmittag sieht es bei uns eher recht leer aus. Wir haben also Platz und freuen uns über Veranstaltungen.
Mittlerweile jeden Montag ab 19 Uhr findet unser Plenum, auf dem wir Entscheidungen über diesen Raum treffen, statt. Generell ist dieses erst mal offen und wollen euch ermutigen einfach mal vorbei zuschauen.

Sonstiges
Im Lager 1 befinden sich eine geraume Menge von angebrochenen Spirituosen. Diese Situation lädt ein für kreative Ideen und Vorschläge dieses Regal aufzuräumen.

Schaut vorbei!

(1) http://bit.ly/1TymeV4

newsletter-01.pdf


07
Jan 16

#läuftbeiuns

Die Landung im neuen Jahr ist sicher vollbracht, und es erwarten uns und euch neben den regelmäßigen Terminen wie KüFa und Refugee Support Cafe einige weitere coole Veranstaltungen in den kommenden Wochen. Hier ein kleiner Überblick:

Am Donnerstag, 14.01.15,  DUDE Kneipe

Am Freitag,  15.01.15, gibts n netten Kneipenabend von KGHL (Kommunistische Gruppe Harburg-Land)

Am Samstag 16.01. ist Album Release Party mit Konzert von AFRODEV. UND EARLY PROWESS

Am Mittwoch, 20.01. Lesung: Work: Kapitalismus | Ökonomie | Widerstand von Hannah Podding/Crimethink.

Am Freitag, 22.01. ist Kino Küfa

Am Samstag, 23.01. ist Tausch und Rausch

Am Donnerstag den 28.01. ist Refugee Welcome Kneipe

Am Dienstag, 02.02.15 ist ein Vortrag zu Antisemitismus im Fussball der Gegenwart

Die genaueren Beschreibungen der Veranstaltungen findet ihr unter TERMINE


20
Dez 15

Neuer PGP-Schlüssel

Da unser PGP-Schlüssel Abgelaufen ist, gibt es jetzt hier einen neuen:

weltraum@riseup.net

Schlüssel-Fingerabdruck = 2AC2 3993 C9DE 6513 FF39 CEF3 16A9 89B2 1556 6B29

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